Sonntag, 24. März 2019

24.3.2019






Liebesabenteuer im Pfaffenkapperlbaum.

Frühling ist. Im Zaubergarten ist das Leben erwacht. Es fliegt und flattert, singt und pfeift und tiriliert, das es eine Freude ist.
Vor meinem Fenster steht ein Pfaffenkapperlbaum. Ein Spatzenpärchen tummelt sich darin. Es ist offensichtlich, dass das Männchen eine bestimmte Absicht hat. Da ich gut erzogen bin, möchte ich mich gleich diskret zurückziehen. In das Schlafzimmer von jemanden schaut man nicht. Aber da ist es auch schon passiert. Alles ist so blitzschnell gegangen, dass ich es gar nicht geschafft habe, so schnell wegzuschauen. Die beiden vor mir sind so süß, dass mein Blick einfach gefangen ist und meine gute Erziehung vergessen. Das Spatzenmädchen flattert mit den Flügeln und signalisiert, dass es bereit ist, der Spatzenmann setzt sich blitzschnell auf sie und ist auch schon wieder weg. Er wiederholt das Ganze ca. 5 mal. Er setzt sich nicht einmal eine Sekunde neben sie und krault sie vielleicht noch ein bisschen mit dem Schnabel. Nein. Er fliegt sofort davon. Wahrscheinlich schaut er nach einer anderen Spatzendame, die irgendwo auf einem Ästchen sitzt und mit den Flügeln flattert. Ich bin enttäuscht. Jetzt tut es mir auch nicht mehr leid, dass ich undiskret war. 

Samstag, 23. März 2019

23.3.2019




Ich muss dir ganz ehrlich gestehen, ich weiß nicht mit Sicherheit, wie die Geschichte weitergeht. Man hat mir erzählt, die Krieger hätten ihre Waffen und Rüstungen vernichtet, die Bilder, die sich die Planetenbewohner voneinander gemacht hatten, hätten sie auf einen Haufen geworfen und angezündet, die Laternen, welche die Wissenschaftler gebaut hatten, hätten sie ausgeblasen, und die Priester, so habe ich gehört, wären ausgestorben. Man hätte einfach keine Verwendung mehr für sie gehabt. Und die Wesen hätten sich immer mehr auch ihrer Überwürfe entledigt, und sie hätten solche Freude aneinander gehabt, sie hätten sich im Feuer wiedererkannt als das, was sie sind. Und ich habe gehört, sie hätten ein großes, großes Fest veranstaltet, und anlässlich dieses Festes hätten sie die Feuer der Verstorbenen aus der Höhle geholt, und sie wären gehüpft und hätten getanzt, und im Universum sei ein Licht wieder aufgegangen, ein Licht, das alle so sehr vermisst hatten, dieses Licht war jetzt wieder da.




Das ist doch eine wundervolle Aussicht!
Also leuchten wir!!!

Freitag, 22. März 2019

22.3.2019






Das Kind wuchs heran. Vergeblich bemühte es sich, so zu sein wie alle anderen. Aber immerhin, es gelang ihm, zunehmend weniger aufzufallen und Ärgernis zu erregen. Und so wurde es erwachsen. Du weißt,  Erwachsene zeichnen sich durch die Fähigkeit zur Verantwortung aus; Verantwortung für sich selbst, Verantwortung für ihr Umfeld, Verantwortung für ein größeres Ganzes. 

Verantwortung war es auch, das dem nun erwachsen gewordenen Wesen nicht mehr gestattete, zu verleugnen, was es wusste. Wieder begab es sich in die Höhle. Diesmal wandte es sich nicht ab von dem Licht, sondern ließ sich inmitten des Feuers nieder – erhellt, erwärmt, ohne versengt zu werden. Still wurde es rings herum. Nicht einmal mehr der dröhnende Stechschritt der Krieger vor dem Höhleneingang war zu hören. Wie es so dasaß, das Feuer voll Sehnsucht auf sich einströmen ließ, fast unbemerkt entzündete sich da ein Feuer auch in seiner Brust und erhellte und wärmte es von innen her in dem selben Ausmaß wie es von außen erhellt und gewärmt wurde. Grenzenloses Glück erfasste das Wesen. Es hatte immer geahnt, dass es da etwas gäbe, das weit  darüber hinausreichte, was die anderen Bewohner des Planeten taten, sagten und wussten. Die Brust wurde ihm weit und sein Feuer vereinte sich mit all dem Feuer, das in der Höhle brannte.

Voll Staunen blickte es um sich und in sich. Und es gab nichts, was es da außen wahrnahm, das es nicht auch in seinem Inneren vorgefunden hätte, und nichts, was es in seinem Inneren erkannte, das nicht auch im Äußeren existiert hätte. Innen und außen waren eins. 

Das Feuer erhellte alles. Alles wollte wahrgenommen sein als ein unverzichtbarer Teil des Ganzen; alles wollte bejaht und geliebt sein, sogar die Dunkelheit, sogar das Leid, die Verzweiflung, die Dummheit, die Hoffnungslosigkeit. Der Krieg war zuende. Jetzt ist Frieden, war sich das Wesen bewusst.

Nach Hause zurückgekehrt, lebte das Wesen ein einfaches Leben, zurückgezogen und voll Glück. Es war ihm nicht mehr wichtig, so zu sein wie die anderen. Wenn es mit anderen Planetenbewohnern zusammentraf, zog es sich ein Jackett über, das aussah, als wäre es eine Rüstung. Aber es war keine Rüstung, dämpfte nur ein wenig das Licht ab, um niemanden zu verschrecken. Einige Planetenbewohner kamen gern zu dem Wesen. Es strahlte so viel Glück, soviel Ruhe und Wärme aus. Das tat ihnen gut. Einer von ihnen kam dem Wesen unversehens sehr nahe. Und es wurde berührt von seinem Feuer. Und dieses Feuer entfachte ein Feuer auch in seiner Brust. Und so gab es zwei Wesen auf dem Planeten, in deren Brust es wieder hell geworden war. Aus diesen Zweien wurden Viere, aus den Vieren wurden Achte und immer mehr und mehr und mehr, immer mehr entspannte, glückliche Gesichter, immer mehr strahlende Augen, und – trotz der Überwürfe, die sie sich umlegten, wenn sie die Straße betraten – wurde es immer heller auf dem Planeten

Donnerstag, 21. März 2019

21.3.2019






Ihre Verzweiflung war groß und trieb sie, Rat bei den Priestern und Wissenschaftlern zu suchen. Und dort fanden sie tatsächlich Hilfe. Die Wissenschaftler bauten ihnen Laternen, welche durch ihr mattes Licht die Dunkelheit etwas erhellten. Allerdings durfte man sich des Lichtes jeweils nur für wenige Augenblicke erfreuen, denn es strahlte so negativ, dass man sogleich erkrankte, wenn man sich für längere Zeit unter einer Laterne aufhielt. Und die Priester versprachen ihnen – unter der Voraussetzung, dass sie beharrlich, treu und ergeben der rechten Lehre dienten – Heil. Ja, irgendwann, in einer fernen Zukunft würde ihnen Heil zuteil werden. Diese Aussicht tröstete sie und ließ sie ihre Freudlosigkeit etwas leichter ertragen.

Erwähnen möchte ich auch noch, dass viele der Planetenbewohner nicht die Geduld aufbrachten, auf ein fernes Glück zu warten. Sie konnten und wollten ihr Leid nicht mehr auf sich nehmen, sie wollten all das Trostlose ihrer Dunkelheit nicht mehr spüren. Und so gaben sie sich ihrer Lust hin, betäubten sich durch Rauschmittel, aßen und tranken im Übermaß, paarten sich alle durcheinander und scherten sich nicht um gute Sitten. Allerdings, wenn sie aus ihrem rauschhaften Treiben erwachten, war ihr Schmerz noch ätzender, ihre Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit noch größer, sodass sie sich gleich wieder von Neuem betäuben mussten. Interessanter Weise schritten die Priester nie gegen deren ausschweifende Lebensart ein; im Gegenteil, manchmal beteiligten sie sich selbst daran. Wenn aber jemand die Zeit erwähnte, als noch das Feuer das Leben der Wesen bestimmte, so wurde er mit einem lebenslangen Bann belegt und auf eines jener Gestirne gebracht, die sich ganz am Rand des Universums befinden.

In dieser Zeit wuchs ein Kind heran, unartig, widerspenstig, wild. Es hatte sich nie erziehen lassen, dieses Kind. Es hatte nie auf seine Eltern und Erzieher hören wollen. So wie sie lebten, wollte es nicht sein. Immer hatte es nach dem Verborgenen gesucht, neugierig nach dem, was alle anderen nicht taten, sagten und wussten. Wie es der Zufall so wollte, kam das Kind auf einem seiner Streifzüge in die Nähe der Höhle. Es versteckte sich hinter dem Gebüsch und beobachtete, wie eine Heerschar von Kriegern den Höhleneingang  - ständig kampfbereit – bewachte. Was mochte wohl in der Höhle sein, dass sie so streng bewacht werden musste? Drei Tage und Nächte lag das Kind auf der Lauer, bis es, in einem unbemerkten Augenblick, Gelegenheit fand, in die Höhle hineinzuhuschen. Was ihm da begegnete war mehr als es zu fassen vermochte: So viel Licht! So viel Strahlen! So viel Wärme!  Überwältigt wandte es sich ab von all dem Licht und verließ fluchtartig diesen Ort. „Das ist nicht wahr. Ich habe nichts gesehen. Ich habe gar nichts gesehen,“ redete es auf sich ein, während es nach Hause hastete. Dort angekommen, tat es so, als wäre nichts geschehen. Niemandem erzählte es von seinem Erlebnis. Schließlich hörte es auf, daran zu denken

Mittwoch, 20. März 2019

20.3.2019






Sie erklärten sich bereit, gegen alles zu Felde zu ziehen, das sich der rechten Lehre entgegenstellte. Mühsam erlernten sie zu unterscheiden zwischen Richtig und Falsch, und nur unter großen Schmerzen brachten sie es zuwege, sich die selben undurchdringlich harten Panzer überzuziehen, wie sie ihre Bezwinger trugen. Kaum hatte eines der Wesen  seinen Panzer übergezogen, begann die Flamme in seiner Brust zu flackern und verlosch schließlich vollständig. Ein Feuer nach dem anderen verlosch.

Solchermaßen zum Krieger geworden, bestand ihre erste Pflicht darin, die Lichter der Verstorbenen - diese konnten durch nichts zum Erlöschen gebracht werden – in eine dunkle Höhle zu sperren. Und wenn sie dies getan hatten, durfte keiner mehr über das Feuer reden. Ja sie durften sich nicht einmal mehr daran erinnern. Wer dennoch ein Wort darüber verlor, hatte als sehr, sehr böse und gefährlich zu gelten und musste unverzüglich aus der Gemeinschaft entfernt werden.

Dunkel wurde es auf dem Planeten, dunkel und kalt. Und ein Stück dunkler wurde es im gesamten Universum. Vor lauter Dunkelheit konnten die Planetenbewohner einander nicht mehr sehen. Sie erkannten einander nicht mehr als diejenigen, die sie waren. Um aber doch noch irgendwie miteinander in Beziehung treten zu können, machten sie sich Bilder voneinander; sie bildeten sich ein, der andere wäre irgendwie, und das war dann ihre Wirklichkeit. Weil sie kein Licht mehr hatten, war es ihnen nicht mehr möglich, die eigentliche Wahrheit des jeweils anderen zu erkennen. Das Schlimmste aber: Sie konnten sich selbst nicht mehr wahrnehmen. Sie wussten nicht mehr, wer sie waren, und was sie waren, und glaubten, sie wären die Bilder, die sich die anderen von ihnen gemacht hatten.

Häufig stießen sie sich aneinander in all dieser Dunkelheit und fügten sich dabei schmerzhafte Verletzungen zu. Auch standen sie einander im Wege und behinderten einer den anderen am Weitergehen. Durch die Vielzahl an Verletzungen und Ärgernissen gerieten die Bilder, die sie sich voneinander machten, zu Feindbildern. Sie waren sich gegenseitig lästig, zürnten einander und lieferten sich heftige Streitereien. Ihr Hass wurde noch geschürt, indem die Eroberer einige von ihnen zu hohen Ehren kommen ließen, anderen aber ihre Gunst versagten. Auf diese Weise entwickelte sich eine Rangordnung  – manche waren besser, andere schlechter, manche höher, andere niedriger, manche mit mehr, andere mit weniger Rechten ausgestattet. So wurden sie zu Rivalen. Neid und Missgunst breiteten sich aus unter ihnen wie ein Lauffeuer, das alles in Brand setzte. Ein jeder musste kämpfen, um nicht unterzugehen. Sie hatten große Angst unterzugehen und zu sterben. Es gab nur ein einziges Mittel, das sie für kurze Zeit zusammenschweißte: Der Kampf gegen einen gemeinsamen Feind.

Dienstag, 19. März 2019

19.3.2019





Eines Tages landete eine Armada fremder Raumschiffe aus einer weit entfernten Galaxie auf dem Planeten. Furchterregende, kriegerische Gestalten, in undurchdringlich harten Panzern steckend, fielen über die Siedlungen der Planetenbewohner her, zerstörten ihre Behausungen und brachten viele ihrer Kinder um. Sie trennten die Frauen von ihren Männern und pferchten sie – die Männer da, die Frauen dort - auf engstem Raum in riesigen Lagern zusammen. Warum sie das machten? , fragst du. Ich glaube, sie wollten sie so sehr in Not bringen, dass sie bereit waren, sich ihnen vollständig zu unterwerfen und jedes noch so schwere Joch auf sich zu nehmen. 

Die Planetenbewohner kämpften weder noch unterwarfen sie sich. Vielmehr bedauerten sie diejenigen, die meinten, sie könnten sie peinigen und strahlten sie voll Inbrunst an. Es gelang ihnen mit Hilfe ihres Feuers tatsächlich, den Panzer des einen oder anderen Kriegers zu erweichen. Manche der Krieger waren nahe daran, von den Planetenbewohnern als Freund gewonnen zu werden. 

Aber die Krieger hatten in ihren Raumschiffen auch Priester und Wissenschaftler mitgebracht. Diese waren der Auffassung, die Planetenbewohner lebten nicht nach der rechten Lehre, deshalb gehörten sie unterworfen oder ausgerottet. Es ginge nicht an, dass sich jemand außerhalb dessen stelle, was die einzig gültige Wahrheit ist. So etwas dürfe man unter keinen Umständen einreißen lassen. Und sie ermahnten die Krieger, wer nicht wie ein Held für die rechte Lehre kämpfe, sei ihr Feind und gehörte mit all den Ungläubigen vernichtet. Also wagte es keiner der Krieger, Verständnis und Sympathie für die Wesen auf dem Planeten zu zeigen.

Nachdem sie der Planetenbewohner durch kein wie immer geartetes Mittel Herr wurden – nicht durch Überzeugen, nicht durch süße Verlockungen und auch nicht durch die schrecklichsten Grausamkeiten - setzten sie sich zu Gericht zusammen, um eine endgültige Entscheidung herbeizuführen. Viele der Planetenbewohner wurden verhört, welcher Lehre sie folgten. Sie folgten keiner Lehre, gaben sie einmütig zur Antwort, sie folgten dem Feuer in ihrer Brust. Die Wissenschaftler warfen den Planetenbewohnern Unwissenschaftlichkeit vor und verlachten sie. Die Priester ihrerseits ziehen sie des Hochmuts. Hochmut sei die schlimmste Verfehlung und gehöre auf das Allerstrengste bestraft. Sie stellten die Planetenbewohner vor die Entscheidung: Entweder sie würden sich ihnen unterwerfen und an ihrer Seite im gesamten Universum für die rechte Lehre kämpfen, oder ihr Planet würde  gesprengt, und nie mehr würde auch nur ein einziger Lichtstrahl ins Universum hinausleuchten. Vor diese Alternative gestellt, beschlossen sie, sich zu unterwerfen

Montag, 18. März 2019

18.3.2019





Ich möchte heute dieses besondere Märchen mit Ihnen teilen. Normal habe ich mit Märchen keine besondere Freude, weil sie mir als Kind zu brutal waren und ich mich sehr gefürchtet habe. Dieses Märchen ist auch brutal, sogar sehr brutal. Es scheint mir aber eine wahre Geschichte zu sein. Nämlich, es zeigt für mich auf erstaunliche Weise, was gerade auf unserer Welt geschieht.
Ich werde in den kommenden Tagen, täglich eine Seite davon einstellen. Sie haben die Gelegenheit, in aller Ruhe das Gelesene aufzunehmen.
Vorweggenommen möchte ich schon verraten, dass sie einen wunderschönen Schluss hat!
Der Grund warum ich Ihnen diese Geschichte mitteile, ist, dass wir, d. h. jeder von uns zu diesem wunderbaren Ausgang beitragen können und unbedingt sollen!!!



Das Märchen vom Feuer und von der Dunkelheit

von  Wolfgang E. Stabentheiner 



 Das Märchen vom Feuer und von der Dunkelheit

Vor Millionen von Lichtjahren gab es da einen kleinen Planeten im großen Universum. Die Wesen, welche diesen Planeten bevölkerten – ich getrau‘ mich’s kaum zu sagen, da ich befürchte, nur wenige werden mir glauben – diese Wesen hatten in ihrer Brust, in etwa dort, wo bei den Menschen das Herz schlägt, sie hatten dort ein Feuer brennen.  Ob dieses Feuer sie nicht verletzte, wirst du nun von mir wissen wollen. Es verletzte sie nicht. Ich weiß nicht, wie es kam, dieses Feuer brannte, wärmte, leuchtete, aber es verbrannte und verletzte niemanden. Es brannte, solange so ein Wesen lebte, und wenn es gestorben war, brannte es noch weiter, heller als zuvor. 

Die vielen, vielen Feuer, jene der Lebenden und jene der Verstorbenen, erzeugten so viel Licht, dass es von diesem Planeten – wie von einer Sonne - weit ins Universum hinausstrahlte. Das Licht, das von den Bewohnern des Planeten ausging, war ein liebliches, heilsames Licht. Andere Wesen auf anderen Gestirnen hatten die Gewohnheit, wenn sie etwas bedrückte, nächtens zum Himmel zu schauen. Wie sie so das Licht des Planeten auf sich wirken ließen, wurde es wieder friedlich in ihnen und die Dinge wendeten sich zum Guten.

Die Bewohner des Planeten kannten keine Angst vor dem Tod. Sie wussten, ihr Licht würde weiterbrennen. Deshalb fanden sie auch keinen Grund, um ihr Überleben zu kämpfen. Nichts gab es, das sie zum Streit veranlasste. Niemand fürchtete sich vor einem anderen. Ein Feuer wird einem anderen Feuer nicht gefährlich. Im Gegenteil: Sie erkannten einander in dem Feuer, welches in ihrer Brust brannte, als das Wesen, das sie sind, und begegneten sich gegenseitig mit großer Hochachtung. Auch sie hatten manchmal schwierige Situationen zu meistern, ähnlich wie wir Menschen. Dann halfen sie alle zusammen, die vielen einzelnen Feuer – selbst die der Verstorbenen - vereinigten sich zu einem großen, starken Licht, und so gab es nichts, was sie nicht hätten lösen können. Gemeinsam war ihnen keine Herausforderung zu groß. 

Ständig brachten sie sich gegenseitig zum Lachen – durch Dummheiten und Clownerien, durch kleinere und große Freuden, die sie einander bereiteten. Je mehr sie lachten, je froher sie waren, desto heller brannte ihr Licht. Und je heller ihr Licht jetzt brannte, desto heller war auch ihre Zukunft. Sie genossen es über alle Maßen, die Wärme des Feuers zu spüren und sich in seinem Schein zu ergehen, unabhängig davon, ob es in ihnen selbst oder in anderen brannte.

Dienstag, 12. März 2019

12.3.2019







Heute gab es große Aufregung im Atelier.

 Die Wichtel mit den spitzen Ohren hatten großen Spaß miteinander. Da kam plötzlich die Meldung: In einem Kindergarten in Deutschland wird dringend ein Wichtel gebraucht. Ein Wichtel, der unbedingt eine rote Mütze haben soll. Also große Aufregung. Die beiden Wichtel mit den roten Mützen mussten sich entscheiden. Also gab es das Auszählspiel. Inne Anne U und drauß bist du ! Den Wichtel mit dem grünen Pulli hat es getroffen. Er darf die große Reise antreten. Es soll gleich sein, denn schon am 22. März ist sein erster großer Auftritt. Nach Deutschland ist es weit.





Mit klopfenden Herzen macht er es sich im Karton gemütlich, nachdem er sich von seinen Freunden verabschiedet hat.




Etwas mulmig ist ihm schon.

Wir wünschen ihm ein schönes, neues Zuhause und ein lustiges Leben. Seine Bestimmung hat begonnen.
im Atelier ist es heute stiller als sonst.

Sonntag, 10. März 2019

10.3.2019




Mein morgendlicher Gang durch den Zaubergarten.

Der Frühling ist nicht aufzuhalten. Aus allen Ecken sprießt Leben hervor. Wenn ich ganz bewusst wahr nehme, was da vor meinen Augen geschieht, komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Es ist ein unfassbares Wunder, was die Erde hervorbringt. Ich merke, an welch wundervollen Platz wir Menschen da hineingestellt sind. Wir sind ins Leben hineingestellt. Alles um uns herum lebt!
Jedes noch so kleine Geschöpf weiß, wie es leben soll, was es zu tun hat. Die Iris entwickelt sich, so wie sie sein soll. Eben blau, mit gelben Tupfen, die Frühlingsknotenblume weiß, mit grünen Punkterln. Sie denken nicht, sie sind einfach und leben ganz selbstverständlich ihre Bestimmung.
Da fällt mir gerade der Spruch ein, den ich vor Jahren in unserem Vorhaus an die Wand geschrieben habe, um mein Ziel im Auge zu behalten:
Das Leben mit allen Sinnen spüren. Einfach leben, nur da sein, nichts anderes.



Die Hänsel und Gretelblume. Sie ist nicht nur hübsch, sie trägt auch eine große Heilkraft in sich.




Die Frühlingsknotenblumen vermehren sich ständig. Ihre schweren Samenstände legen sich auf den Boden um sich neu auszusäen. Dadurch wird der Platz mit den hübschen, weißen Glöckchen jedes Jahr grösser.




Dieses Stiefmütterchen hat den Winter ganz tapfer im Blumenkisterl verbracht. 




Aus allen Ritzen sprießt gesundes, essbares aus der Erde. Ich brauch nicht säen, nur ernten!

Ich werde mich heute ganz bewusst wieder an den Spruch im Vorhaus erinnern. Ich lade Sie ein, es auch zu tun!

Samstag, 9. März 2019

9.3.2019






Diese kleinen Hasenmädchen sind entstanden, weil ich ein Spitzenoberteil von einem Brautkleid bekommen habe. Es war für mich ein besonderes Material. Die Braut, die es getragen hat, hat vor ca. 70 Jahren ihrem Liebsten das Jawort gegeben. Mittlerweile ist sie schon wieder von der Erde nach Hause zurückgekehrt und wieder mit ihm zusammen.


Jetzt wird das besondere Kleidungsstück wieder wertgeschätzt.
Die Häschen, die ihr Kleidchen zu recht mit Stolz tragen, kann man als Brosche überall mit nehmen. Mein Häschen sitzt gerade auf meinem Rock. Hin und wieder streichle ich darüber.







Dienstag, 5. März 2019

6.3.2019





Das ist die Geburt von Hopsi. Leider sind die Bilder nicht der Reihe nach, wie ich es gerne hätte. Bin schon zu müde um sie zu ordnen.

Er freut sich. Der Bund an der Hose wird noch eingereiht, damit sie fest sitzt. Geduldig wartet er, bevor er in die weite Welt hopst.



Wie richtige Hasen, bekommt Hopsi auch ein Schwanzerl. Es könnte sein, dass es ein bisschen pickst!




Liebevoll ins Leben gestreichelt!



1.4.2021

Gerade erleben wir eine ganz besondere und herausfordernde Zeit. Das gilt auch für den Osterhasen. Er hat Schwierigkeiten an die Eier der He...