Donnerstag, 16. April 2020

16.4.2020




Für mich ist heute ein ganz besonderer Tag.

Vor 70 Jahren habe ich das Licht der Welt erblickt.
Wie es damals üblich war, kam die Hebamme ins Haus. Ich wurde im Bett meiner Mutti geboren. Damals hatte ein Mann bei der Geburt nichts verloren. Das war nur Frauensache.
Mein Vati, ein sehr einfacher Mann, fast ohne Schulbildung, das hat sich für ihn damals so ergeben, wollte unbedingt bei der Geburt seines ersten Kindes dabei sein. Wenn er etwas wollte, hat er sich mit mehr oder weniger Nachdruck durchgesetzt. Er hat mit meiner Mutti, der es gar nicht gut ging, mitgelitten und ist nicht von ihrer Seite gewichen, obwohl ihm die Schweißtropfen oder vielleicht waren es auch Tränen, von seinen Wangen getropft sind. Endlich wurde ihm ein kleines , schreiendes Mädchen, nämlich ich, in seine Arme gelegt und er war von diesem Wunder überwältigt. Da er meine Mutti sehr liebte und sie den Namen Theresia , Resi, trug, wollte er auch seiner kleinen Tochter diesen Namen geben. So wurde ich auf den Namen Theresia getauft. Früher hatte ich keine große Freude mit dem Namen. Da ich den Grund kenne, finde ich das wunderschön!
Nachdem diese unglaublich anstrengende Zeit für uns alle drei vorbei war, hat mich die Hebamme gut eingepackt in mein Bettchen gelegt, mit dem sehr strengen Auftrag, mich bis zum nächsten Tag nicht zu berühren, bis sie wieder kommt. Meine Mutti musste ruhig auf dem Rücken liegen bleiben, ich glaube 6 Tage lang, damit sich die Gebärmutter gut zurückbilden kann.
Mein Vati war in diesem Fall sehr konsequent und passte auf meine Mutti gut auf.
Ich hatte da mehr Glück. In der Nacht begann ich zu weinen, weil ich mich vermutlich sehr verlassen in meinem Bettchen fühlte. Noch dazu nach diesem anstrengenden und mit Sicherheit angstmachenden Erlebnis.
Gott sei Dank, lies mein Vati sein Herz sprechen, nahm mich heraus, wickelte mich in neue Windeln und legte mich kurzerhand zu ihm ins Bett und ich durfte meine erste Nacht in den Armen meines Vatis verbringen. Ich schlief fest und gut. Er wahrscheinlich gar nicht.
Obwohl mein Vati nicht gebildet war, hat er damals das beste für mich gemacht.
Ich bin ihm sehr dankbar dafür!
Es war für diese Zeit eine große Tat. Männer konnten mit kleinen Babys nichts anfangen. Da war es besonders mutig, ein Neugeborenes zu versorgen und zu sich ins Bett zu legen.
Ich bin stolz auf ihn!

Kommentare:

  1. Liebe Resi.alles Gute zum Geburtstag und Danke für die rührende Schilderung.

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    1. Leider weiß ich nicht, wer es ist, die oder der mir alles Gute wünscht. Ich freue mich aber sehr darüber! Danke!

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